Recht auf Schnelligkeit
Als erstes Land der Erde hat ausgerechnet Finnland ein Gesetz erlassen, dass jedem Verbraucher im ganzen Land das verbriefte Recht auf einen Internetanschluss per DSL gewährt. Was selbst in Deutschland noch wie Zukunftsmusik klingt ist bei unseren nördlichen skandinavischen Nachbarn nun Wirklichkeit geworden.
Zukunftsfähig
Vielen nur als handtuchbekleidete und saunierende Hinterwäldler aus der Werbung eines Schweizer Kräuterbonbon-Herstellers bekannt, sind unsere finnischen Nachbarn bei näherer Betrachtung viel fortschrittlicher als die allgemeine Meinung annimmt. Nicht zuletzt ist Finnland auch die Heimat des Mobilfunkriesen Nokia. Lange Wege und eine geringe Besiedelungsdichte, hat die Finnen aber auch so schon früh dazu gebracht, neue Wege der Kommunikation zu beschreiten. Behördengänge per Internet, elektronische Datenverarbeitung und -bearbeitung mit Hilfe des World Wide Web, die elektronische Stundenplanerstellung und Scheinvergabe per Netz an Schulen und Universitäten, all das hat Finnland schon lange vor seinen europäischen Nachbarländern geplant und auch realisiert.
Erhöhter Schnelligkeitsbedarf
Da sowohl Privates wie auch administrative Vorhaben in Finnland gerne im Netz erledigt werden, sind langsame Download-Geschwindigkeiten und ewig lange Wartezeiten beim E-Mail Empfang auch schneller intolerabel geworden. Das wohlhabende Land verfügt auf der anderen Seite natürlich eher als manch anderes über die Mittel zur Umsetzung eines solchen Vorhabens. Der erst kürzlich liberalisierte Anbietermarkt des Telekommunikationssektors ist de Facto immer noch stark monopolisiert, so dass die Verpflichtung, jedem Verbraucher einen DSL Anschluss zu gewähren, egal wo er auch wohnen mag, eher umsetzbar wird. Die Investitionen müssen so nicht von einem geschultert werden und können dann von einem anderen geerntet werden, weil der Verbraucher anschließend den Anbieter wechselt. So wird Finnland bald lückenlos mit DSL versorgt sein.
Gute Investition
Langfristig bekommt das Land auch zahlreiche Sparmöglichkeiten durch die flächendeckenden Internetzugänge. Staatliche Post, Datenerhebung, die Be- und Verarbeitung demographischer Fragen kann vermehrt über das Netz abgewickelt werden, wenn die Administrative davon ausgehen kann, das jeder die Möglichkeit zu einem Zugang hat. Würde man hierzulande besipielsweise die Steuererklärung online zur Pflicht erklären, würde es - zu Recht – Proteste hageln.
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